Großer Brauner Rüsselkäfer - Gefährlicher Schädling in Forstkulturen

Rüsselkäfer in Nadelbaumzweig

Großer Brauner Rüsselkäfer
(Abb. 1)

Der Große Braune Rüsselkäfer (siehe Abbildung 1) ist ein gefährlicher Schädling an Nadelholzpflanzen. Meist findet man ihn auf kahlgeschlagenen Flächen, die anschließend mit Nadelholz aufgeforstet werden. Er kann ganze Kulturen zum Absterben bringen und ist auch bei uns im Landkreis häufig zu finden.

Biologie und Schadbild

Der Käfer ist zirka eineinhalb Zentimeter lang, hat einen deutlichen Rüssel und eine hellere Zeichnung auf dem Rücken. Dieser Rüsselkäfer frisst „pockennarbig“ an den Stämmchen, Ästchen und Wurzeln von jungen Nadelholzpflanzen, wie auf Abbildung 2 zu sehen ist. Durch den Fraß wird der Saftstrom der jungen Bäumchen unterbrochen. Bei Befall stirbt die Pflanze deshalb meist ab.
Käfer auf Nadelbaum

Pockennarbenfraß an Douglasie
(Abb. 2)

Der Große Braune Rüsselkäfer braucht die Verbindung aus frischen (bis zu zwei Jahre alten) Nadelholzstöcken und Nadelholzpflanzen auf ein und derselben Fläche.
Die Douglasie (siehe alle Abbildungen) wird besonders gerne befallen, aber auch Fichten, Lärchen und Tannen.

Vorbeugende Maßnahmen

Die beste Maßnahme ist auch hier, das Problem erst gar nicht aufkommen zu lassen. Da der Rüsselkäfer wie oben beschrieben Stöcke und Pflanzen auf einer Fläche braucht, vermeidet man diese Bedingungen am Besten:

  • keine Kahlhiebe mit anschließender Nadelholzaufforstung
  • erst nach drei Jahren aufforsten (Produktionsausfall, außerdem zeitintensiv und teuer, da hohe Gefahr der Verunkrautung)
  • Durchforstungen und Naturverjüngung und sanfter „Voranbau“ von verschiedenen Baumarten statt Kahlhieb und anschließende Nadelholzpflanzung
  • Laubholz pflanzen
Viele Baumschulen bieten gegen den Rüsselkäfer chemisch geschützte Pflanzen an.
Bis der Große Braune Rüsselkäfer im Mai/Juni und August/September in Aktion tritt, ist dieser chemische Schutz aber meistens schon unwirksam geworden.
Die behandelten Pflanzen werden dann genauso befallen wie unbehandelte.
Auch hier ist also Vorbeugen wieder besser als Heilen.
Ihr Förster von der Forstverwaltung Pfarrkirchen berät Sie gerne, rufen Sie uns an!

Forstreviere im Landkreis Rottal-Inn