Informationen zum Borkenkäfer und zur Bekämpfung

Bohrmehl auf der Rinde eines Baumstamms

Die Fichtenborkenkäfer haben sich im Jahr 2019 stark vermehrt. Seit Anfang April 2020 sind Buchdrucker und Kupferstecher wieder aktiv. Sie haben in der Rinde vieler Fichten überwintert und haben bereits zum ersten großen Schwärmflug gestartet. Alle Waldbesitzer sind nun aufgerufen, befallene Fichten (mit der Rinde) schnellstmöglich aus dem Wald zu entfernen.

Herbst und Winter 2020/2021
Aktuelles Geschehen

Mit den sinkenden Temperaturen im Herbst ist die diesjährige Aktivität der Borkenkäfer weitgehend beendet. Der Großteil der Käfer befindet sich nun unter der Rinde und wird dort überwintern. Mittlerweile sind die im Sommer befallenen, nicht aufgearbeiteten Fichten an ihren roten Kronen gut erkennbar. Weitere Befallsmerkmale sind jetzt im Herbst Nadelverlust, abfallende Rinde oder Harztröpfchen am Stamm.

Wichtig für die Aufarbeitung

Borkenkäfer in der RindeZoombild vorhanden

Foto: Florian Stahl, LWF

Eine konsequente und möglichst vollständige Entnahme der befallenen Bäume während der Herbst- und Wintermonate ist eine entscheidende Weichenstellung für das Käfergeschehen im nächsten Frühjahr. Denn mit den jetzt gefundenen und waldschutzwirksam aufgearbeiteten Fichten wird die Käferpopulation im kommenden Jahr effektiv reduziert. Auch wenn die Kontrollintervalle im Winterhalbjahr nicht mehr so kurz sein müssen wie im Sommer, sollten auch jetzt befallene Bäume rasch aufgearbeitet und aus dem Wald abgefahren werden. Fällt nämlich erst einmal die Rinde ab – was im Winter häufig vorkommt – ziehen sich die Borkenkäfer, die sich immer noch zahlreich in der Rinde befinden, in den Boden zurück und können dort nicht mehr bekämpft werden. Wichtig ist zudem, nicht nur die an ihrer roten Krone weithin sichtbaren Käferbäume aus dem Wald zu entfernen, sondern auch die benachbarten Fichten nach Befallsmerkmalen zu untersuchen. Nutzen Sie also die kommenden Monate zu einer wirkungsvollen Borkenkäferbekämpfung.

Weitere Informationen

Einen detaillierten Rückblick auf die Borkenkäfersaison 2020 sowie weitere Tipps zur Suche und Bekämpfung der Borkenkäfer finden Sie im aktuellen „Blickpunkt Waldschutz“ der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) unter folgendem Link:

Borkenkäferjahr 2020 - Blickpunkt Waldschutz 13/2020 - LWF Externer Link

Wie Sie Käferbefall erkennen und was Sie bei der Aufarbeitung beachten sollten, sehen Sie in den beiden Video-Tutorials und der Bildergalerie. Die insektizidfreie Borkenkäferbekämpfung wird finanziell vom Staat gefördert. Für eine kostenlose Beratung stehen Ihnen Ihr Revierförster oder unsere Fachkräfte für Borkenkäfer gerne zur Verfügung.

Fachkräfte für Borkenkäfer

Markus Greim
AELF Pfarrkirchen
Lärchenweg 10, 84347 Pfarrkirchen
Telefon: 08723 6299946
Fax: +49 8561 3004-2139
Mobil: 0160 9396 2332
E-Mail: poststelle@aelf-pk.bayern.de

(Reviere: Eggenfelden, Gangkofen, Arnstorf)

Philipp Mühlbacher
AELF Pfarrkirchen
Lärchenweg 10, 84347 Pfarrkirchen
Telefon: 08561 3004-2162
Fax: +49 8561 3004-2139
Mobil: 0162 2736 800
E-Mail: poststelle@aelf-pk.bayern.de

(Reviere: Pfarrkirchen, Simbach a. Inn)

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Borkenkäfersuche - Tutorial

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Borkenkäferbekämpfung - Tutorial

Borkenkäfergalerie - Fotos zur Erkennung von Borkenkäferschäden

Aktuelles aus dem Amtsbereich

Den Wald ständig im Auge behalten

Mit den ersten Frühlingsblühern im Wald und den ansteigenden Temperaturen, wird bei den Waldbesitzern und Förstern auch die Sorge um die Wälder im Landkreis Rottal-Inn größer. Der im Landkreis seit zwei Jahren massiv wütende Borkenkäfer und die hohen Schäden durch den Sturm Sabine im Februar 2020 lassen augenblicklich nur wenig Hoffnung keimen, dass man beim Thema Borkenkäfer schon über den Berg ist.
Mehr lesen
Mit über 500.000 Festmeter Schadholz in den letzten beiden Jahren und Sturmschäden von geschätzt 120.000 Festmeter durch Sabine im Februar 2020 ist die Situation überaus kritisch. Die geworfenen und geschädigten Bäume sind das „ideale Futter“ für die Borkenkäfer. Bei 16 °C Außentemperatur beginnen die Schädlinge zu schwärmen und suchen nach Brutplätzen im noch frischen Holz. Der Umfang der ersten Käferbrut ist ganz entscheidend für den jährlichen Schadensverlauf. Viele Käfer im Frühjahr bedeuten hohe Vermehrungsraten und hohe Schäden während des Jahres.

Besonders die vielen Einzelwürfe, die Sturm Sabine in fast jedem Wald im Landkreis hinterlassen hat, bedeuten derzeit ein hohes Risiko. Werden sie nicht vor der Brutsaison aufgearbeitet, droht ein erneuter unkontrollierter Anstieg der Käferpopulation.
Daher müssen die nächsten Wochen unbedingt für die Aufarbeitung der geschädigten Fichtenwälder genutzt werden. Dabei sollten sich die Waldarbeiten auf die frischen Sturmschäden und die frischen Befallsherde konzentrieren. Auch „angeschobene“ oder anderweitig geschädigte und geschwächte Fichten dienen dem Borkenkäfer als erste Brutstätten nach der Überwinterung. Bäume bei denen die Rinde schon überwiegend abgefallen ist, können nachrangig aufgearbeitet werden, da der Käfer hier schon ausgeflogen ist und von ihnen kein Neubefall droht. Ausnahmen hiervon sind nur Bäume entlang von Straßen, die aus Sicherheitsgründen gefällt werden müssen. Im nachfolgenden Aktionsplan Borkenkäfer 2020 sind die wichtigsten Maßnahmen und Prioritäten für die Waldbesitzer nochmals kurz zusammengefasst. Wir appellieren deshalb an alle Waldbesitzer, den Aktionsplan unbedingt zu beachten und die Wälder ständig im Auge zu behalten.

Borkenkäfer Aktionsplan 2020 (Stand 10. März 2020)

  • Vollständige Aufarbeitung und Räumung der Borkenkäfer-Befallsflächen
    • Beginn auf den zuletzt befallenen Flächen
    • Abschluss der Arbeiten bis Ende März 2020
    • Restholz vollständig aufarbeiten und abtransportieren
    • Kleinere Befalls-Nester konsequente aufarbeiten
    • Direkten Abtransport zu den Sägewerken nutzen
  • Sofortiger Beginn mit der Aufarbeitung der Sturmschäden
    • Einzelwürfe, Nesterwürfe, Flächenwürfe
    • Abschluss der Arbeiten bis Mitte April 2020
  • Nachkontrolle aller letztjährigen Befallsherde und unverzügliche Aufarbeitung von
    • Geworfenen oder angeschobenen Bäumen
    • Bäumen mit schütterer oder gelber bzw. brauner Benadelung
    • Stämmen mit ersten Rindenschäden
  • Lagerkapazitäten außerhalb des Waldes vorbereiten
    • Abstand von 500 m zum Wald muss eingehalten werden
    • Zentrale Lagerplätze nutzen

Förderung

Bedingungen zur Förderung der insektizidfreien Käferholzaufarbeitung

Neue Förderrichtlinie seit 17.02.2020 mit folgenden neuen Fördersätzen:

  • Vorbereitung der Schadholzaufarbeitung
    • i.V.m. Direktabfuhr ins Sägewerk 5 €/fm
    • i.V.m. Verbringen auf Zwischenlager 12 €/fm
    • i.V.m. Entrinden maschinell 10 €/fm
    • i.V.m. Entrinden manuell 20 €/fm
    • i.V.m. Waldrestholz mulchen/hacken 10 €/fm
    • i.V.m. Waldrestholz Eigennutzung 10 €/fm
  • Mindestförderbetrag: 500 €
  • Keine Insektizide erlaubt
  • Waldschutzwirksame Aufarbeitung des vollständigen Baumes (d.h. Aufarbeitung von Stammholz; Aufarbeitung Krone im notwendigen Umfang):
    • Lagerung mindestens 500 Meter zum nächsten Fichtenwald
    • Entrindung
    • Hacken
  • Im Schutzwald wird die Borkenkäferbekämpfung mit erhöhten Fördersätzen gefördert.
Kontaktieren Sie den zuständigen Revierleiter möglichst bevor Sie mit der Aufarbeitung beginnen!

Weitere Informationen