Schulklassen pflanzen seltene Baumarten
Aktionen zur Biodiversität im Wald

Kinder beim Pflanzen

Am 19. März 2019 bekamen alle Klassen der Degernbacher Grundschule in der Gemeinde Dietersburg die Gelegenheit, seltene Bäume zu pflanzen

Das Thema der diesjährigen Pflanzaktion lautete: Biodiversität im Wald fördern. Auf Vorschlag des Bürgermeisters der Gemeinde Dietersburg und des AELF Pfarrkirchen pflanzten die Kinder Wildäpfel und Wildbirnen sowie Vogelkirschen im Gemeindewald bei Straßdobl. "Wildäpfel und Wildbirnen sind vom Aussterben bedroht", betonte Forstdirektor Huber. Vorkommen dieser Wildformen sind bisher im Landkreis nicht bekannt, sie waren aber sicherlich früher heimisch.
Aufgrund ihrer Blütenpracht im zeitigen Frühjahr ist das Wildobst für die Bienen eine unverzichtbare Nahrungsquelle. Zudem ist das Holz für den Möbelbau sehr gesucht. Revierleiter Benjamin Scharnagl und seine Kollegen vom AELF Pfarrkirchen zeigten den fast 100 Grundschüler, wie man die Bäume richtig in den Boden setzt. Alle hoffen nun, dass die Bäumchen gut anwachsen und ein "Wildobstwald" entsteht.

Pflanzaktion mit Flatterulmen im Markt Bad Birnbach, Gemeinde Bayerbach

Die erste Klasse der Grundschule Bad Birnbach hat im Birkenwald der Gemeinde den Baum des Jahres 2019, die Flatterulme, gepflanzt. Die seltene Flatterulme ist wenig bekannt und wird häufig mit der Bergulme verwechselt. Die Baumart bevorzugt feuchte Standorte und wird über 30 m hoch. Aus Gründen der Artenvielfalt sollte die Flatterulme häufiger als bisher auf geeigneten Standorten gepflanzt werden, so Revierleiter Crusilla.
Auch die neue Konrektorin, Michaela Jakob, durfte einen Baum pflanzen. Rektor Günther Wöhl bedankte sich für die jährliche Pflanzaktion zum Baum des Jahres. Er sicherte zu, die Tradition der Grundschule auch weiterhin fortzuführen. Die Grundschulkinder waren so begeistert, dass sie gleich nächstes Jahr wieder beim Bäume pflanzen dabei sein wollen.

Zum Waldbaden nach Bad Birnbach

Waldführung mit Försterin Veronika Kopfinger im Lugenz-Wald/ Bad Birnbach

Waldführung mit Försterin Veronika Kopfinger im Lugenz-Wald/ Bad Birnbach

Seit 2019 bieten die Kurverwaltung Bad Birnbach und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Pfarrkirchen AELF Pfarrkirchen Jahreszeiten-Führungen entlang des Waldklimapfades Lugenz an. Försterin Veronika Kopfinger begab sich deshalb mit zahlreichen Waldbesuchern auf Entdeckungsreise oder wie ein neuer Trend beschreibt zum "Waldbaden". Nach neuesten Erkenntnissen hat ein Aufenthalt im Wald gesundheitsfördernde Auswirkungen auf unseren gesamten menschlichen Organismus. Ein Waldspaziergang wirkt beruhigend und senkt nachweislich das Stressniveau. Die angebotene Waldführung sollte deshalb neben Informationen auch der Gesundheitsförderung durch den Wald dienen.

Schon am Eingang zum Lugenzer Wald an der Streuobstwiese erläutert Frau Kopfinger, wie wichtig es ist Blühflächen zu erhalten. Die 1. Mahd sollte deshalb nicht zu früh im Jahr erfolgen. Blühflächen sind für die Insektenwelt notwendig und sie bieten Deckung und Wohnstube für viele Tiere. Anschließend geht es weiter in den Wald. Gleich am Anfang des Klimapfades, macht die Försterin auf einen artenreichen Mischwald mit sieben verschiedene Baumarten aufmerksam: Bergahorn, Hainbuche, Roteiche, Stieleiche, Esche, Rotbuche und Fichte. Anhand ihrer typischen Struktur und Rindenfarbe sowie ihrer charakteristischen Blattform können die Baumarten gut bestimmt werden. Am Boden zeigt sie dann den erstaunten Besuchern, wie die winzigen Keimlinge von Buche und Tanne aussehen.

Entlang des Klimalehrpfades erzählt Veronika Kopfinger viel Wissenswertes über Bäume und das Waldökosystem. Auf der ersten Schautafel erläutert sie, dass die Wälder im Landkreis noch hauptsächlich von der Fichte geprägt sind. Dies ändere sich aber inzwischen massiv, da die vorherrschenden Fichtenwälder sehr sensibel auf den Klimawandel reagieren und große Kahlflächen durch den Borkenkäfer entstehen. Mit gezielten Waldumbaumaßnahmen hin zum klimatoleranten Mischwald versucht man den Wald fit für die Zukunft zu machen. Dies sei auch unbedingt notwendig, weil die Klimaveränderungen schneller voranschreiten, als bisher angenommen. Dabei spielt die Vielfalt der Wälder (Biodiversität) eine ganz bedeutende Rolle. Sie ist entscheidend, um Störungen und Risiken auszugleichen, Naturgefahren zu bewältigen und sich an veränderte Umweltbedingungen anzupassen. Allerdings müssen die Wuchs- und Standortseigenschaften der Baumarten beachtet werden. Naturnahe Mischungsformen haben sich hier besonders bewährt.

Zwischen den Stationen bleibt viel Zeit, um die gute Waldluft einzuatmen, schöne Waldbilder zu betrachten und die verschiedenen Gerüche wahrzunehmen. Nach diesen intensiven Eindrücken und Einblicken dürfen am Ende des "Waldbades" alle Teilnehmer noch von einem frischen Salat aus gepflückten Wildpflanzen und jungen Baumtrieben probieren. Mmmm!